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Textbeitrag von Steve Coleman über sich
im englischsprachigen Wikipedia
Juli 2005

Eigene Übersetzung

 

Steve Coleman wurde in Chicago, Illinois, geboren, übersiedelte 1978 nach New York und lebt seither im Bereich von New York. Wenn er auch im Laufe der Jahre etliche Gruppen geleitet hat, so ist seine Haupt-Gruppe nach wie vor die 1981 gegründete Gruppe „Steve Coleman and Five Elements“.

Ursprünglich wurde er von den Saxofonisten Charlie Parker, Sonny Rollins, John Coltrane und den Chicago-Legenden Von Freeman und Bunky Green beeinflusst und war an Aufnahmen von Thad Jones, Sam Rivers, dem Schlagzeuger Doug Hammond, Cecil Taylor, Abbey Lincoln und Dave Holland beteiligt. Er hat auch viele Elemente folkloristischer Musik der afrikanischen Diaspora – verbunden mit musikalischen Ideen, die von uralter Metaphysik beeinflusst sind – einbezogen. Er hat erklärt, dass sein Haupt-Anliegen die Verwendung der Musik als einer Sprache klanglicher Symbole zum Ausdruck des Wesens der menschlichen Existenz ist.

Coleman ist mit den heute üblichen Kategorien zur Beschreibung von Musik nicht einverstanden, insbesondere verwendet er den Begriff “Jazz” nicht. Er bevorzugt einen organischeren Zugang zur Musik und verwendet deshalb den Ausdruck „Spontan-Komposition“. Nach Coleman geht es bis ins Altertum zurück, dass Musiker die verschiedenen Visionen und Realitäten, die sie wahrnehmen, durch Musik auszudrücken versuchen, und das ist für ihn die treibende Kraft hinter vielen der so genannten „Innovationen“ in der Musik (und wohl auch in anderen Bereichen). Er meint, dass die verschiedenen Mittel und Bereiche des Forschens, die Leute verwendet haben (Physik und Metaphysik, Zahlen, Sprache, Musik, Tanz, Astronomie usw.) miteinander verbunden sind und ein ganzheitliches Schaffenswerk darstellen. Die verschiedenen Formen, die seine Musik annimmt, sind von der menschlichen Wahrnehmung der „Schöpfung“ (das heißt der Schöpfung der gesamten Natur durch den universalen Geist) nicht nur intuitiv inspiriert, sondern intuitiv und logisch bedingt. Auch wenn das als ein hochtrabendes Ziel erscheinen mag, so beschäftigt es doch schon seit Jahrtausenden das Denken der Menschen.

Eine der grundlegenden Methoden, die Coleman zur Gestaltung seiner Musik verwendet, ist mit zwei Konzepten verbunden: „heiliger Geometrie“ (der Verwendung von Formen, um Prinzipien der Natur symbolisch auszudrücken), und Energie (dem Potential für Veränderung und Veränderung selbst in körperlichen, metaphysischen und psychischen Erscheinungsformen, einschließlich des Lebens, Wachsens usw.). Coleman verwendet verschiedene Arten von musikalischen Strukturen, um die „heilige Geometrie“ zu symbolisieren, und spezifische Arten musikalischer Bewegung, um sich auf die verschiedenen Zustände der Energie zu beziehen. Auf jeden Fall scheint das Konzept der Veränderung in seiner Theorie zentral zu sein. Er hat erklärt, dass die Veränderung zwischen den verschiedenen musikalischen Strukturen das wichtige Element ist, nicht die Strukturen selbst. In dieser Hinsicht widerspricht er vielen musikalischen Theorien, die in der Gegenwart in den Institutionen höheren Studien gelehrt werden. Coleman glaubt, dass diese Ideen am leichtesten durch die Spontan-Komposition ausgedrückt werden können, unabhängig vom äußeren stilistischen Erscheinungsbild. Eine häufige Aussage von ihm ist: „Es ist die Bewegung, was wichtig ist“.

Diese Ideen sind in der Musik, wenn auch selten, so doch nicht neu. Es hat Musiker aus praktisch allen Kulturen gegeben, die in diesen Bereichen gearbeitet haben – wie in den frühesten Schriften über Musik dokumentiert ist. So unterschiedliche Musiker wie Johann Sebastian Bach, Bélá Bartók und John Coltrane haben ähnliche Ideen genannt.

 

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